Die Zukunft der audiovisuellen Medien

Die Medienwissenschaftlerin Daniela Kloock, Herausgeberin des Standardwerks „Zukunft Kino„, und ich führten ein Gespräch zur Zukunft der audiovisuellen Medien. Auszüge erschienen in getidan- das andere Feuilleton und in der Berliner Zeitung.

Ende November trafen Daniela Kloock und ich uns in Paris bei der 15th Europa Cinemas Network Conference. Sie stand unter dem Thema „Renewing Cinema Audiences in the Digital Era“. In meiner Keynote stellte ich einige Thesen zum „Cinema in the Digital Age“ auf. Daniela schlug vor, darüber ausführlicher zu diskutieren.

Das Ergebnis unseres Gesprächs erschien am 15. Dezember unter dem Titel Zukunft Kino auf getidan.de, eine gekürzte Version unter dem TitelGames sind die Leitmedien der Zukunft am 23. Dezember in der Berliner Zeitung. Hier ein Auszug:

Daniela Kloock: Sind die Games Ihrer Meinung nach die Leitmedien der Zukunft?

Gundolf S. Freyermuth: Ja. Aber Games vermitteln gänzlich andere ästhetischer Erfahrungen als Filme. Das Kino wird daher genauso wenig verschwinden wie das Theater, dessen Bretter einmal die Welt bedeuteten. Aber wie das Theater in der vorindustriellen Welt wurzelt, so ist der Film als Erzählform stark der industriellen Epoche verhaftet. Wie es eben bereits Walter Benjamin in seinem berühmten Aufsatz „das Kunstwerk im Zeitalter seiner Reproduzierbarkeit“ ausgeführt hat, ist der Film – im Vergleich zum Theater – die der industriellen Erfahrung angemessenere Erzählform. Das Theater drückt vorindustrielle Erfahrungen aus – die ja nicht mit der Industrialisierung gänzlich an Bedeutung verloren haben. Deshalb gibt es das Theater ja noch… Was für unsere Gegenwart bedeutet: Auch wenn wir die digitale Revolution erleben, bleibt die industrielle Wirklichkeit parallel dazu wesentlich erhalten. Wir haben ja weiterhin materielle Produktion und fahren im Alltag ja weiter Auto oder Eisenbahn…

Hart gesprochen kann man also sagen: Der Film ist die Kunstform audiovisuellen Erzählens in der industriellen Epoche. Und mit der Durchsetzung digitaler Kultur rücken neue audiovisuelle Erzählformen ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit, weil sie unseren neuen Weisen zu arbeiten und zu kommunizieren näher sind.

Das vollständige Gespräch bei getidan.de hier.