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In diesem Forschungs- und Publikationsprojekt untersuche und beschreibe ich die Entwicklung audiovisueller Kunst und Kommunikation in der westlichen Neuzeit.

Die Anfänge meines Interesses an dem Thema wie an dem Versuch, es in einer historischen Theorie zu begreifen, datieren auf die siebziger Jahres des vergangenen Jahrhunderts. Damals las ich zum ersten Mal Walter Benjamins Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, dann Georg Lukács Theorie des Romans, Theodor W. Adornos Philosophie der Neuen Musik. Meine Magisterarbeit schrieb ich schließlich über Peter Szondis Theorie des modernen Dramas.

Viele Jahre später handelte  meine Dissertation zur Digitalisierung von Kunst und Unterhaltung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem großen Teil von den Konsequenzen dieses Medienumbruchs für die audiovisuellen Medien und Künste, insbesondere für den Film. Im Schlußteil unternahm ich einen ersten Versuch, den Verlauf der neuzeitlichen Mediengeschichte theoretisch zu fassen.

In den vergangenen fünf Jahren nun, seit ich an der ifs internationale filmschule köln lehre, konzentrierte sich meine Arbeit – nicht zuletzt unter dem Eindruck der eskalierenden Prozesse von Inter- und Transmedialisierung in der zeitgenössischen Kultur – auf die vielfältigen technischen wie ästhetischen Interdependenzen zwischen den auditiven, visuellen und audiovisuellen Medien.

Dabei bin ich immer wieder auf einen doppelten Mangel gestoßen:

Es fehlt eine konzise medienhistorische Darstellung der Entwicklung neuzeitlicher Audiovisualität.

Und es fehlt ebenso eine von diesem historischen Wissen informierte medientheoretische Reflexion auf die eigentümliche ästhetische Kontinuität, die jenseits aller technologischen Brüche den Weg von perspektivischem Tafelbild und Illusionsbühne, Camera obscura und Laterna Magica über Analogfotografie, analogem Kino und Fernsehen zu Digitalfotografie und Digitalfilm, Webvideo und digitalen Spielen kennzeichnet.

Die Gedanken, die ich dazu in den vergangenen Jahren in einem Dutzend Aufsätzen entwickelte – siehe Einzelpublikationen –, will ich nun systematisieren.

Detaillierte Informationen zu diesem Projekt Audiovisualität in der Neuzeit – und auch die genauere Strukturierung dieser Site – folgen in den nächsten Tagen und Wochen.

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